Willkommen im nachhaltigen Asien

Die Stellung nachhaltiger Gebäude in Südostasien
Kosten- und Werteausgleich

In den Tigerstaaten Südostasiens tritt die Nachhaltigkeit im Bausektor zwar stärker in den Vordergrund. Aber laut Marlon Kobacker von Arup Singapore beschränkt sich der Fortschritt hauptsächlich auf die Energieeffizienzen.

In allen Bauprojekten müssen sich die Kosten und Werte ausgleichen, indem erstere reduziert und letztere gesteigert werden. Marlon Kobacker, Sensior Consultant für Nachhaltigkeit bei Arup, erklärt, wie entwickelte Märkte für nachhaltige Gebäude in Westeuropa, Nordamerika und andernorts im Allgemeinen ein besseres Verständnis dafür besitzen, wie dies umzusetzen ist. Bauunternehmer der jüngeren Märkte in Südostasien haben typischerweise das Ziel, Gebäude zu entwerfen, die den Mindeststandard an Nachhaltigkeit erreichen, der sich hauptsächlich auf die Energieeffizienz bezieht.

Wie können Kosten und Werthaltigkeit auf dem südostasiatischen Markt ausgeglichen werden?

Marlon Kobacker: Aus Sicht des Nachhaltigkeitsberaters ist dieser Ausgleich ein Faktor, der sehr sorgfältig zu jedem Projektbeginn berücksichtigt werden sollte. Das bedeutet, dass der Nachhaltigkeitsberater so früh wie möglich miteinbezogen werden sollte, idealerweise sogar, bevor das Grundstück gewählt wurde. So kann der Berater dabei helfen, ein in Bezug auf die Verkehrsanbindungen und andere Annehmlichkeiten gut gelegenes Grundstück zu finden, da Nachhaltigkeits-Bewertungssysteme dafür viele wichtige Punkte vergeben, die sonst verfallen würden und später im Prozess in Form von Designmerkmalen „gekauft“ werden müssten.

Das erste, was getan werden sollte, ist, eine klare Nachhaltigkeitsvision mit präzisen Ergebnissen und Zielen zu entwickeln... und diese von Anfang an in den Auschreibungen klar zu machen. Dieser integrierte Ansatz ist der Weg zur Schaffung eines Hochleistungsgebäudes, das seine Leistungsziele zu den niedrigsten möglichen Kosten erreicht und den gewünschten Wert liefert.

Welche Vorteile hat die frühe Einbindung?

Das erste, was getan werden sollte, ist, eine klare Nachhaltigkeitsvision mit präzisen Ergebnissen und Zielen zu entwickeln ... und diese von Anfang an in den Ausschreibungen klar zu machen.

Marlon Kobacker, Senior Consultant für Nachhaltigkeit bei Arup Singapore

Marlon Kobacker: Es erlaubt allen Beteiligten, eine Vielzahl von wichtigen Zielen zu erreichen. Solche das gesamte Projekt betreffende Einbindungen sind der beste Weg, die Kosten für das Erreichen der Nachhaltigkeit zu reduzieren und sicherzustellen, dass das Gebäude seine Ziele verwirklicht. Dies gelingt durch:

• die Beeinflussung des passiven Gebäudedesigns
• die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsanforderungen in den Vertragsunterlagen
• die Einweisung des Bauunternehmers
• die Überprüfung der Auftragsvergabe und
• die Abstimmung und Überwachung der Gebäudeeffizienz.

Während Bauunternehmer den Wert der frühen Einbindung eines Nachhaltigkeitsberaters zwar erkennen, ist sie jedoch manchmal eher eine Zugabe, damit das Gebäude zertifiziert wird.

Was sollte getan werden, um die Nachhaltigkeit in der Region zu steigern?

Marlon Kobacker: Die Nachhaltigkeit tritt in der Region stärker in den Vordergrund. Dennoch wird sie ohne eine strengere Regelung und transparente Bewertung von nachhaltigen Gebäuden (d. h. Markttreibern) weiterhin nur langsam voranschreiten. In der Region existieren zwar eine Vielzahl von Nachhaltigheitsprojekten, die relativ strenge Ziele anstreben. Allerdings haben nur wenige das Ziel einer Klimaneutralität, die in den nächsten drei bis fünf Jahren im Vereinigten Königreich Teil der festgelegten Ziele werden wird. In Singapur müssen die „Green-Mark“-Mindestanforderungen bezüglich der absoluten Treibhausgasemissionen weitaus anspruchsvoller werden. Sie werden dabei helfen, den Markt dahin zu führen, wo er hinkommen soll. Ein großer neuer Trend auf fortgeschrittenen Märkten sind Bewertungsbereiche. Daher erwarte ich, dass diese in den nächsten Jahren in die Region Einzug halten.

Wir sollten auch bedenken, dass jedes Gebäude, das wir heute entwerfen, durch Steuern, Gesetzgebungen und andere Mechanismen beeinflusst wird, die in Kraft gesetzt worden sind, um CO2-Reduktionsziele zu erreichen. Das bedeutet, dass energiehungrige Gebäude eher durch effiziente, nachhaltige Gebäude in den Schatten gestellt werden.

Marlon Kobacker, Senior Consultant für Nachhaltigkeit bei Arup Singapore

Marlon Kobacker: Die Nachhaltigkeit tritt in der Region stärker in den Vordergrund. Dennoch wird sie ohne eine strengere Regelung und transparente Bewertung von nachhaltigen Gebäuden (z. B. Markttreibern) weiterhin nur langsam voranschreiten. In der Region existieren zwar eine Vielzahl von Nachhaltigheitsprojekten, die relativ strenge Ziele anstreben. Allerdings haben nur wenige das Ziel einer Klimaneutralität, die in den nächsten drei bis fünf Jahren im Vereinigten Königreich Teil der festgelegten Ziele werden wird. In Singapur müssen die „Green-Mark“-Mindestanforderungen bezüglich der absoluten Treibhausgasemissionen weitaus anspruchsvoller werden. Sie werden dabei helfen, den Markt dahin zu führen, wo er hinkommen soll. Ein großer neuer Trend auf fortgeschrittenen Märkten sind Bewertungsbereiche. Daher erwarte ich, dass diese in den nächsten Jahren in die Region Einzug halten.

FOTO: Marlon Kobacker, Senior Consultant für Nachhaltigkeit bei Arup Singapore

Wir sollten auch bedenken, dass jedes Gebäude, das wir heute entwerfen, durch Steuern, Gesetzgebungen und andere Mechanismen beeinflusst wird, die in Kraft gesetzt worden sind, um CO2-Reduktionsziele zu erreichen. Das bedeutet, dass energiehungrige Gebäude eher durch effiziente, nachhaltige Gebäude in den Schatten gestellt werden.

Hochleistungsgebäude

Hochleistungsgebäude sind energieeffizient, haben begrenzte Umweltauswirkungen und laufen mit den niedrigsten möglichen Lebenszykluskosten. Typischerweise beziehen sie Faktoren wie die Benutzung einer Lebenszykluskosten-Analyse, integrierte Designprozesse, Gebäudedatenmodellierung und integrierte Energielösungen mit ein. Im Allgemeinen beginnt man auf dem Markt für nachhaltige Gebäude nicht mehr von „grünen“ Gebäuden, sondern von Hochleistungsgebäuden zu sprechen. Die Untersuchung bestimmt auf internationaler Ebene den Wert von Hochleistungsgebäuden in Bereichen wie Mietrendite, Belegungsraten und Nettoinventarwert. Auf jüngeren Märkten für nachhaltige Gebäude wie Südostasien werden die Vorteile von Hochleistungsgebäuden meistens nicht erkannt.

Warum gibt es nicht mehr Hochleistungsgebäude in der Region?

Ein großer neuer Trend auf fortgeschrittenen Märkten sind Bewertungsbereiche. Daher erwarte ich, dass diese in den nächsten Jahren in die Region Einzug halten.

Marlon Kobacker, Senior Consultant für Nachhaltigkeit bei Arup Singapore

Marlon Kobacker: Erstens, wie ich gesagt habe, liegen die Märkte für nachhaltige Gebäude in Südostasien hinter den entwickelten Märkten. Es gibt innerhalb der Region jedoch große Unterschiede zwischen den Ländern. Besonders die Länder mit stärker entwickelten nachhaltigen Bauindustrien waren die ersten, die die gemeinnützige Handelsorganisation für nachhaltig gebaute Gebäude "Green Building Council" gründeten und ein Bewertungssystem für das Benchmarking der Umweltleistung von Gebäuden entwickelten:

2005: Singapur gründet „Green Mark“
2009: Malaysia gründet den „Green Building Index“
2010: Indonesien gründet „Greenship“
2010: Die Philippinen gründen „BERDE“
2010: Vietnam gründet „LOTUS“
2010: Thailand gründet „TREES“

Singapur ist, da es als erstes Land Bewertungsstandards für nachhaltige Gebäude einführte, sehr viel weiter fortgeschritten als Malaysia, das wiederum weiter ist als Indonesien usw. Ein anderer wesentlicher Unterschied ist der obligatorische Einsatz von Nachhaltigkeits-Bewertungs-Tools. In Singapur müssen neue Gebäude und Sanierungen über 2000 m2 den „Green-Mark-Certified“-Standard erfüllen. Daher war die Akzeptanz von „Green Mark“ sehr hoch. In der Tat hat dieser Bewertungsstandard wahrscheinlich die höchste Quote der Welt.

Es gibt auch Unterschiede zwischen den Wirtschaftssektoren. Typischerweise werden gewerbliche Gebäude am besten bewertet, gefolgt von öffentlichen Gebäuden (von der Regierung geführt), kommerziellen Einrichtungen (hauptsächlich von multinationalen Unternehmen geführt) und Wohn- und Einzelhandelsgebäuden. Aber insgesamt dringt die Nachhaltigkeit im Allgemeinen tiefer in die Entwicklungsländer ein.

Welche Rolle spielen dabei Heizung, Lüftung und Klimatechnik (HLK)?

Marlon Kobacker: Im Zusammenhang mit der großen Herausforderung, Treibhausgasemissionen in Bezug auf bestehende Gebäude zu reduzieren, wird die Optimierung der Kontrolle und Effizienz von HLK-Systemen in diesen Gebäuden die stärksten Auswirkungen haben. Bei neuen Gebäuden ist es sehr wichtig, auf einen absoluten Energieverbrauch abzuzielen, da dieser zu einem guten passiven Design führt, das HLK-Anforderungen und -Kosten reduziert.

Marlon Kobacker:
Marlon Kobacker, Senior Consultant für Nachhaltigkeit bei Arup Singapore In Australien, Asien und im Nahen Osten konnte er zehn Jahre lang Erfahrungen in ESD (Ecologically Sustainable Development), LEED (Leadership in Energy & Environmental Design) und in der Nachhaltigkeitsberatung sammeln mit Schwerpunkt auf der bebauten Umwelt, inklusive Fußgängerzonen, Hochhäusern und Flughäfen.

Er wurde für Auszeichnungen in Australien und im Vereinigten Königreich nominiert und hat einen Masterabschluss von der University of New South Wales in Sustainable Design of Built Environment. Er spricht regelmäßig auf internationalen Konferenzen und an Universitäten und ist auf dem Weg, eine der künftigen Führungspersönlichkeiten der nachhaltigen Bauindustrie zu werden.

Grundfos und Pump Audits
Wenn Treibhausgasemissionen in bestehenden Gebäuden reduziert werden sollen, kann ein einfaches von Grundfos-Experten entwickeltes Pump Audit oft zeigen, wie der Ersatz von bestehenden Pumpen Energie sparen und Emissionen reduzieren kann. Die Installation einer intelligenten Pumpenlösung von Grundfos für den Ersatz von bestehenden Pumpen kann bis zu 80 % des Stromverbrauchs in bestehenden kommerziellen Gebäuden einsparen.





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